93 Generationenvon der Gegenwart bis zu den alten Griechen

Anicia Juliana

Geb. Dat. (grün = geschätzt)
462
Staat/Bundesld. heute
TK/eu
Nummer in Ahnenliste
B 24733 G

B 24733 G50

Anicia Juliana, * 462 Konstantinopel, + 530. Sie dient als Beispiel dafür, dass die spätrömische Senatsaristokratie auch nach der Reichsteilung von 395 weiter ein Bindeglied zwischen Ost und West darstellt. Sie gehört, so wie ihr Zeitgenosse Boethius und später Papst Gregor d.Gr., zum uralten Adelsgeschlecht der Anicii, das seine Wurzeln bis auf die römische Republik zurückführen konnte. Zugleich war sie auch mit der valentianisch-theodosianischen Dynastie verwandt, die sowohl in Rom (z.B. Valentinian III, AL.52/98934 G; Valentinian I, AL.55/791478 G) als auch in Konstantinopel (Theodosius II, AL.53/197870 G; Theodosius I, AL.54/395738 G; Arcadius, AL.54/395740 G) regierte. Ihr Vater Olybrius (AL.51/49466 G) regiert 472 ein paar Monate lang das Westreich, ihr Sohn heiratet eine Nichte des kinderlosen Ostkaisers Anastasios I. Obwohl ein Großteil des gewaltigen Grundbesitzes ihrer Familie in der westlichen Reichshälfte lag, wurde sie in Byzanz geboren und agierte dort als Mäzenin. Bis zum Bau der Hagia Sophia durch Justinian war die von ihr gestiftete Polyeuktoskirche das prächtigste und größte Gotteshaus der Hauptstadt.

Die um 500 entstandene Handschrift des „Wiener Dioskorides“ zeigt im Frontispiz Juliana sitzend zwischen den Personifikationen von Großmütigkeit und Vorsicht, zu ihren Füßen die Dankbarkeit an die Künste. Es ist einer der ältesten erhaltenen Kodizes der Welt und wurde von den Bürgern von Honoratai bei Konstantinopel gestiftet, für die sie eine Marienkirche bauen ließ.
Die um 500 entstandene Handschrift des „Wiener Dioskorides“ zeigt im Frontispiz Juliana sitzend zwischen den Personifikationen von Großmütigkeit und Vorsicht, zu ihren Füßen die Dankbarkeit an die Künste. Es ist einer der ältesten erhaltenen Kodizes der Welt und wurde von den Bürgern von Honoratai bei Konstantinopel gestiftet, für die sie eine Marienkirche bauen ließ.

Familie

Vater
Weströmischer Kaiser Anicius Olybrius 430
Mutter
Placidia To.d.Ks.Valentinian III 441
Sohn
Flavius Anicius Olybrius d.J. 480